Winternacht

Wie ist so herrlich die Winternacht,
Es glänzt der Mond in voller Pracht
Mit den silbernen Sternen am Himmelszelt.

Es zieht der Frost durch Wald und Feld
Und überspinnet jedes Reis
Und alle Halme silberweiß

Er hauchet über dem See und im Nu,
Noch eh` wir`s denken, friert er zu.

So hat der Winter auch unser gedacht
Und über Nacht uns Freude gebracht.
Nun wollen wir auch dem Winter nicht grollen
Und ihm auch Lieder des Dankens zollen.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, 1798-1874,
Hochschullehrer und Dichter

Muldenufer in Glauchau
Dresden3an der Elbe in Dresden

 

Schweigende Winterwelt –
kaum daß ein Stäubchen fällt
vom schneeschweren Zweig.
Flimmerndes Schneegefild’,
spielenden Lichtes Zauberbild –
ein kristall’nes Märchenreich.
Flüchtender Vogel in froststarrer Höh’.
Knirschende Schritte im tiefen Schnee.
Ruhende Winterwelt.
Kaum daß ein Flöckchen fällt
vom schneeschweren Zweig.

© Dr. Carl Peter Fröhling
(*1933), deutscher Germanist, Philosoph und Aphoristiker

Herbstgrüße

Herrenteich Schloss WildenfelsHerrenteich Schloss Wildenfels

Spätherbst

Schon mischt sich Rot in der Blätter Grün,
Reseden und Astern sind im Verblühn,
Die Trauben geschnitten, der Hafer gemäht,
Der Herbst ist da, das Jahr wird spät.

Und doch (ob Herbst auch) die Sonne glüht,-
Weg drum mit der Schwermut aus deinem Gemüt!
Banne die Sorge, genieße was frommt,
Eh‘ Stille, Schnee und Winter kommt.

Theodor Fontane
(1819 – 1898), deutscher Journalist, Erzähler und Theaterkritiker

Wir wünschen all unseren Nutzern und Besuchern
ein wunderschönes (Herbst)Wochenende!
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