Zwangssterilisation und Euthanasie (Vortrag)

Header der Webseite „https://www.euthanasie-ausstellung.de/
 

Am 06.05.2014 um 17 Uhr hält Dr. Edmund Käbisch, Pfarrer i.R.
einen Vortrag zum Thema

„Zwangssterilisation und Euthanasie während des Nationalsozialismus“

Im Amtsgericht Zwickau wurden nach dem Rassegesetz Zwangssterilisationen angeordnet und von praktizierenden Ärzten durchgeführt. Auch die so genannte „Euthanasie“ hat um Zwickau keinen Bogen gemacht. Bürger der Stadt und des Landkreises wurden systematisch und heimlich vernichtet. Darüber liegt bis heute eine Decke des Schweigens. Diese Opfer sollen aus der Anonymität geholt werden. Durch Recherchen kann erreicht werden, dass sie wieder zu ihren Namen kommen oder auch ihre Gesichter zurückerhalten. Würdevoll soll dieser Bürger gedacht werden. Sie sollen einen Platz der Erinnerung erhalten, denn zur Zukunft gehört die Erinnerung.

Alle Interessierten sind recht herzlich dazu eingeladen!

Die Teilnahme können sich Studierende auf ihrem
Nachweisbogen zum Studium generale eintragen lassen.

Die erste Fotografin Europas

A GERMAN LADY

– Die erste Fotografin Europas

A German Lady

 Vor 175 Jahren, im August 1839, wurde die Erfindung der Fotografie in Paris bekannt gegeben und eroberte innerhalb weniger Jahre die Welt. Es ist kaum verwunderlich, dass sich unter den ersten Protagonisten nur Männer befanden.

Im Jahr 1842 jedoch beschreitet zum ersten Mal eine Frau in Europa  dieses neuartige Terrain. Mit eiserner Beharrlichkeit und einnehmendem Wesen erkämpft sich Bertha Wehnert-Beckmann (1815-1901) ihren Platz in in der Fotografiegeschichte. In Cottbus geboren, in Prag gelernt, in Dresden debütiert, in Leipzig etabliert und in New York Furore gemacht – so könnte die Kurzfassung ihrer Erfolgsgeschichte lauten. „Miss Bertha“,  wie man sie in den USA nannte, brach ganz allein in die Neue Welt auf, um den New Yorkern die Papierfotografie zu bringen, die bis dato nur die unikate Daguerreotypie auf versilberter Kupferplatte kannten.  Im fotografischen Epizentrum der damaligen Welt, auf dem New Yorker Broadway, empfing Bertha nicht nur den Präsidenten der Vereingten Staaten, sondern auch namhafte Politiker, Musiker und Künstler. Als „German Lady“ ging sie in die Erinnerung amerikanischer Berufskollegen ein.

 In Leipzig zurück, wo Bertha das bekannteste Atelier der Stadt betrieb, eröffnete sie 1854 eine Stereoskopen-Ausstellung – die erste in Deutschland. Musiker wie Johannes Brahms, Ignaz Moscheles oder Clara Schumann, Wissenschaftler wie Gustav Theodor Fechner, Friedrich Christoph Dahlmann oder Ernst Heinrich Weber (letztere beiden zu den „Göttinger Sieben“ gehörend), der preußische Gartenkünstler Lenné, der sächsische Kronprinz und zahlreiche souveräne Fürsten, namhafte Schauspielerinnen und Sänger, Botschafter, Verleger, Maler, Schriftsteller und Handelsherren – sie alle traten vor Berthas Linse. Bis 1860 ist sie die einzige fotografierende Frau auf der Welt, die auch Aktaufnahmen anfertigt – damals ein spektakulärer, geheim gehaltener Sachverhalt.

 Jochen Voigt, Designprofessor an der Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg der Westsächsischen Hochschule Zwickau und bekannter Fotografiehistoriker, hat acht Jahre weltweit recherchiert und soeben sein 400 Seiten starkes Werk  „A German Lady“ veröffentlicht. Das Buch ist  im Chemnitzer Verlag Edition Mobilis erschienen. Es ist ein Verdienst des Autors, das bisher nur wenig bekannte Werk Wehnert-Beckmanns nicht nur erforscht, sondern auch in einen großen internationalen Kontext gestellt zu haben.

Bibliotheksdirektorin Reingard Al-Hassan kommt mit Jochen Voigt ins Gespräch. Gemeinsam beleuchten sie ein spannendes Kapitel europäischer und amerikanischer Fotografiegeschichte, das in Sachsen und New York geschrieben wurde.

Am 29.04.2014 Uhr um 17 Uhr in der Hauptbibliothek am Kornmarkt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

 

Die Teilnahme können sich Studierende auf ihrem Nachweisbogen zum Studium generale eintragen lassen.

1: Bildnis Bertha Wehnert-Beckmann mit Objektiven, Kalotypie, New York 1850/51, Kupferstichkabinett Dresden 2: Bildnis Sam Houston, Gouverneur von Texas, Kalotypie, New York um 1850/51, Privatbesitz Frankreich 3: Bildnis Johannes Brahms, Salzpapierfoto, Leipzig 1853, Robert-Schumann-Haus Zwickau 4: Bildnis des preußischen Gartenkünstlers P. J. Lenné, Daguerreotypie, Leipzig um 1848, Deutsches Museum München

 

Ralph Dutli – „Soutines letzte Fahrt“

Soutines letzte Fahrt

Am 13.03.2014 um 17 Uhr stellt der Schweizer Autor Ralph Dutli
sein Buch „Soutines letzte Fahrt“ vor.

Ein Roman über Kindheit, Krankheit und Kunst. Über die Wunden des Exils in Paris, die Ohnmacht des Buchstabens und die überwältigende Macht der Bilder.Chaim Soutine, der weißrussisch-jüdische Maler und Zeitgenosse von Chagall, Modigliani und Picasso, fährt am 6. August 1943 in einem Leichenwagen versteckt von der Stadt Chinon an der Loire ins besetzte Paris. Die Operation seines Magengeschwürs ist unaufschiebbar, aber die Fahrt dauert aufgrund der Umwege – um die Kontrollposten der Besatzungsmacht zu meiden viel zu lange, nämlich 24 Stunden. In einem Strom bizarrer Bilder, die der verfolgte Maler im zeitweiligen Morphin-Delirium vor sich auftauchen sieht, erzählt der Roman halb historisch, halb fiktiv Episoden aus Soutines Kindheit in Smilowitschi bei Minsk, die ersten Malversuche in Wilna, den beharrlichen Traum von Paris, der Welthauptstadt der Malerei. Er beschwört die unwahrscheinliche Freundschaft mit Modigliani, den plötzlichen Erfolg und das Ende der goldenen Pariser Jahre. Der Maler, der an die Macht der Milch als einziges Heilmittel glaubt, fährt aber auch in ein „weißes Paradies“, eine Mischung von Klinik und Gefängnis, in der es zu merkwürdigen Begegnungen und Ereignissen kommt. Ein mysteriöser „Gott in Weiß“ erklärt ihn für geheilt, verbietet ihm aber das Malen. Doch in einem Paradies ohne Malerei ist dem Künstler nicht zu helfen. Er beginnt heimlich wieder zu malen und ist bereit, dafür den geforderten Preis zu zahlen.

Ralph Dutli
(c) Ralph Dutli

Die Veranstaltung findet in der Hochschulbibliothek am Kornmarkt statt,
der Eintritt ist frei!

In Zusammenarbeit mit dem dbv  mit der Veranstaltungsreihe „HELVETIA – zu Gast in Sachsen, Schweizer Autoren zu Gast in Öffentlichen Bibliotheken“.

Die Teilnahme können sich Studierende auf
ihrem Nachweisbogen zum Studium generale eintragen lassen.

Lesung mit dem Verein DIALOG e.V.

Das ist das Thema der Lesung, die der Verein DIALOG e. V. Leipzig – eine lokale Vereinigung von  Schreibenden ähnlich dem Förderstudio für Literatur e. V. Zwickau, das bereits im März in der Hochschulbibliothek zu Gast war, – durchführen wird. Es werden Texte aus verschiedenen Anthologien, die der Verein veröffentlicht hat, vorgestellt, wie z. B. aus „Leipziger Rückspiegel“, „Splitter und Glas“, „Land über und Land unter“ (der neuesten Anthologie, die den Untertitel „Alltäglichkeit in der DDR“ trägt) sowie noch unveröffentlichte Gedichte und Geschichten.

Logo vom Verein DIALOG e. V.

Getreu dem Namen des Vereins ist es ausdrücklich erwünscht, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer auch mit den Autorinnen und Autoren über die Texte und das Geschehen, das sich in ihnen widerspiegelt, ins Gespräch kommen. So können sie gemeinsam – und auch jede(r) ganz individuell für sich – auf eine weitere Entdeckungstour durch verschiedene Zeiten, Ereignisse und Reflexionen dieser in den Gedanken und Worten der Schreibenden gehen und werden nach der Lesung vielleicht – so hoffen die Mitglieder des DIALOG e. V. – mit noch etwas weiter geöffneten Augen, Ohren und Herzen durch unsere spannende Welt gehen.

Die Veranstaltung findet am
28. Mai 2013 um 17:00 Uhr

in der Hauptbibliothek am Kornmarkt statt.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei!


Studierende können sich die Teilnahme auf ihren Nachweisbögen zum Studium generale anrechnen lassen.

 

 

Erste Veranstaltung 2013 – eine Lesung

„Vom Rausch der Reise“ geschrieben von Prof. Dr. Elmar Schenkel

Die Aufsätze des Autors sind ein Lesevergnügen. Ob es um reisephilosophische Themen, um Reiseberichte oder Reisende geht, die Lektüre vermischt Geographisches mit Literarischem und Philosophischem ohne belehrend oder trocken zu werden.

Im Zeitalter touristischer Verödung erweitern die Beobachtungen und Gedanken Elmar Schenkels den Horizont des Reisens als eine Form menschlicher Dynamik, die offen ist, Bekanntes mit Neuem zu verbinden. In den Texten gehen physisches und geistiges Reisen ineinander über und bilden erzählte Landschaften, die das Lesen zu einem Reisen werden lassen. Reisen bildet, lautet eine Redewendung. Wenn ein Reisender darüber hinaus so gebildet ist wie der Autor, entsteht ein Gespräch von Erlebtem, Beobachtetem, Gewusstem und Erkanntem, das reich an Nebenwegen ist.

Alle Interessierten sind recht herzlich
zu unserer ersten Veranstaltung im neuen Jahr eingeladen!

Am Dienstag, den 08.01.2013 findet zu dem Werk „Vom Rausch der Reise“ eine Lesung in der Hauptbibliothek am Kornmarkt statt. Gehalten wird diese von Prof. Dr. Elmar Schenkel persönlich, Beginn ist 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Die Teilnahme an der Veranstaltung können sich Studierende auf ihrem Nachweisbogen zum Studium generale anrechnen lassen.

„Wie spät ist es?“

Zu der Veranstaltung „Wie spät ist es? – Atome und Zeitmessung“ lädt die Hochschulbibliothek am 04. 12. 2012 um 16 Uhr alle Interessierten ein.

Seit mehr als 40 Jahren bestimmen Atomuhren den Zeittakt in der Welt. Welcher Zusammenhang besteht zwischen Atomen und Zeitmessung und wie funktioniert eine Atomuhr? Diesen Fragen wird im Vortrag nachgegangen. Darüber hinaus wird erklärt, wie mit Hilfe von Atomuhren die gesetzliche Zeit in Deutschland realisiert wird und wie verschiedene nationale Zeitskalen miteinander zusammenhängen. Schließlich wird ein Einblick gegeben, wie über den Sender DCF77 mehr als 100 Millionen Funkuhren in Europa mit der genauen Zeit versorgt werden.

Der Vortrag wird von Dr. Stefan Weyers,
(Physikalische-Technische Bundesanstalt)
in der Hauptbibliothek am Kornmarkt gehalten, der Eintritt ist frei.

Die Teilnahme können sich Studierende auf dem Nachweisbogen zum Studium generale anrechnen lassen.

„Alltag eines taubblinden Menschen“

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Am 23.10.2012 um 17 Uhr findet in der Hauptbibliothek am Kornmarkt der Vortrag Der Alltag eines taubblinden Menschen“ von Kristin Günther aus der Fakultät Gesundheits- und Pflegewissenschaften der WHZ statt.
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Als taubblind werden Menschen bezeichnet, die eine doppelte Sinnesschädigung haben. Dabei sind die Einschränkungen von Hör- und Sehvermögen so stark, dass das Fehlen des einen Sinnes nicht durch andere Sinne kompensiert werden, sondern nur mit Hilfe Dritter ausgeglichen werden kann. Folgender Satz mag dies verdeutlichen:

„Ein gehörloser Mensch sieht ein vorbeifahrendes Auto, ein blinder
Mensch hört es, ein taubblinder Mensch nimmt es nicht wahr.“

Taubblind bedeutet nicht unbedingt vollkommene Gehörlosigkeit und Blindheit. Die häufig verwendete Beschreibung mit den Worten „ein Leben in Stille und Dunkelheit“ trifft daher nicht immer zu. Sicher ist, dass die Umwelt durch die doppelte Sinnesbehinderung vollkommen anders erfasst wird. Die meisten Dinge können ohne spezifische Hilfen oder eine Begleitung oder Assistenz nicht wahrgenommen werden.

Viele betroffene Menschen sind zunächst gehörlos und erblinden im Laufe Ihres Lebens, andere haben starke Sehbehinderungen und verlieren das Gehör, wieder andere verlieren beide Sinne erst im Laufe ihres Lebens.

(Quelle: Stiftung taubblind leben)
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Für gehörlose Besucher und Interessierte wird der Vortrag parallel in die Gebärdensprache übersetzt.

Es sind alle recht herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.
 (Der Vortrag findet im Rahmen des Studium generale statt.)

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Empfehlenswerter Artikel zum Thema von SpiegelOnline:
Fehlversorgung Taubblinde