Der musikalische Fingerabdruck

Glocken werden beim Läuten hohen Beanspruchungen ausgesetzt, so dass Ermüdungsrisse entstehen können. Mit den gängigen Methoden der Werkstoffprüfung können diese im Allgemeinen erst dann festgestellt werden, wenn die Ausdehnung des Risses den Klang der Glocke bereits nachhaltig verändert oder sogar zerstört hat. Der musikalische Fingerabdruck von Glocken beschreibt eine Methode, das komplexe Schwingverhalten von Glocken über deren Klang zu analysieren, um Ermüdungsrisse an Glocken mit hoher Zuverlässigkeit und derart frühzeitig feststellen zu können, bevor sie zu hörbaren Klangveränderungen führen. Grundlage dieser Methode ist die Ermittlung und Bewertung von Frequenzaufspaltungen, die sich aus dem schwingungsdynamischen Phänomen des Modensplittings ergeben.

Der musikalische Fingerabdruck eignet sich dazu, die durch Risse verursachten Veränderungen im Schwingverhalten von Glocken eindeutig vom Einfluss produktionsbedingter Fehlstellen sowie glockenspezifischer Eigenheiten wie Inschriften und Ornamente zu unterscheiden. Auf Basis dieser Methode werden Verfahren vorgestellt, die eine zuverlässige Früherkennung und Lokalisierung von Rissen an Glocken im Turm beschreibt, so dass unter Anwendung der vorhandenen Erkenntnisse für ein schonendes Läuten selbst ein Weiterbetrieb vorgeschädigter Glocken möglich ist.

Wir laden alle Interessierten herzlich zum Vortrag von Dr.-Ing. Dipl.-Theol. Michael Plitzner (Hochschule Kempten, Europäisches Kompetenzzentrum für Glocken, ECC-ProBell®, Kempten) zum Thema ein!

Plakat

 Vortrag: „Der musikalische Fingerabdruck von Glocken
als Mittel zur Schadensfrüherkennung

am 06.12.2016 um 17 Uhr in der Hauptbibliothek.

Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit der
Deutschen Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung e.V. statt.

Der Eintritt ist frei!

Die Teilnahme können sich Studierende auf ihrem
Nachweisbogen zum Studium generale eintragen lassen.

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